Komplettes Sales Funnel inklusive Landingpage, Infoprodukt-Versand und Autoresponder? Das alles kostenlos mit WordPress und ohne Drittanbieter? Zu schön, um wahr zu sein?

Dann halte dich fest. Denn in dieser einfachen Anleitung bekommst du genau erklärt, wie du zu deinem Sales-Funnel mit kostenlosen WordPress-Plugins und ohne monatliche Kosten für E-Mail-Marketing-Anbieter kommst.

Was ist ein Sales Funnel?

Die Wikipedia sagt es wie immer mega kompliziert, aber wir machen es einfach. Ein Sales Funnel sind mehrere aufeinander folgenden Schritte, die der Besucher deiner Seite ausführt, bis er schließlich einen Kauf abschließt.

Im Fall von einem digitalen Produkt, das du verkaufst oder einem Affiliate-Produkt, das du empfiehlst, ist das der Weg, vom ersten Besuch deiner Webseite bis zur Bestellung.

Funnel bedeutet Trichter. Wenn du die Form vom Trichter vor Augen hast, dann weißt du, dass oben viel mehr reinpasst, als es unten rauskommt. In einem Sales-Funnel ist es genauso. Viele Besucher interessieren sich für das Produkt, einige wenige davon haben konkrete Kaufabsichten und wiederum nur wenige von den Letzten kaufen tatsächlich.

Es gibt mehrere Arten von Sales Funnels. Ich erkläre dir hier den einfachsten klassischen Sales Funnel, den jeder Anfänger in seinem WordPress kostenfrei einrichten kann.

  • Du erstellst ein kostenloses Infoprodukt, für das sich deine Zielgruppe dringend interessiert, z. B. eine Checkliste, eine Anleitung oder einen Ratgeber.
  • Du richtest eine Landingpage für dieses kostenlose Infoprodukt, auf der eine E-Mail-Adresse eintragen werden kann, um das kostenlose Produkt zu erhalten.
  • Der Besucher deiner Webseite füllt das Formular aus und sendet es ab.
  • Er bekommt zunächst eine E-mail mit dem Link, um seine E-Mail-Adresse zu bestätitgen (DSGVO-konform).
  • Nach der Besucher seine E-Mail bestätigt hat, wird er in deiner E-Mail-Liste aufgenommen.
  • Unmittelbar danach versendet dein WordPress eine weitere E-Mail mit dem Link zum Download des kostenlosen Produktes.
  • Du richtest einen Autoresponder ein, der eine Serie der E-Mails an den Interessenten in den nachfolgenden Tagen auslöst.
  • Am Ende der E-Mail-Serie bekommt der Besucher eine E-Mail mit dem Sales-Angebot.

In technischen Schritte übersetzt, geht es so:

Sales Funnel mit WordPress

Alles klar? Dann lass uns „kochen“. Die Zutaten dafür sind:

  • Eine WordPress-Seite und E-Mail-Adresse mit deinem Domainnamen
  • Plugin MailPoet für SMTP-Versand über dein WordPress, Formulare, Bestätigungsmails, Willkommen-Mails und Autoresponder (kostenlos)
  • Plugin Kadence Blocks zum Aufbau von Landingpage (kostenlos)
  • (Optional) Plugin RankMath zum Ausschluss von Download-Seite und der Download-Datei selbst von Indexierung (kostenlos)
  • (Optional) Canva zum Erstellen von Infoprodukt (kostenlos)

Wie du siehst, das ganze Paket ist kostenlos. Natürlich, bis auf Hosting für deine Webseite, aber diesen zahlst du ja ohnehin. Und jetzt steigen wir in die Einrichtung der einzelnen Schritte ein.

1. E-Mail-Adresse anlegen

Für ein Sales Funnel benötigst du eine funktionierende E-Mail-Adresse, von der deine E-Mails verschickt werden. Zur Erinnerung, welche E-Mails das sind:

  • Bestätigungsmails (DSGVO)
  • Willkommens-E-Mails
  • Autoresponder-E-Mails

Eine E-Mail-Adresse legst du bei deinem Hostinganbieter an.

2. SMTP-Versand mit WordPress einrichten

Vor diesem Schritt haben viele Anfänger Angst, wenn sie mit der Technik nicht vertraut sind. Und tatsächlich nutzen viele E-Mail-Marketing-Anbieter diese Angst aus, um deren Dienste zu verkaufen. Was du aber wissen musst, für einen sicheren E-Mail-Versand über einen Drittanbieter musst du dich auch mit der Technik beschäftigen. Ganz ohne Technik geht es leider gar nicht!

Wenn du SMTP-Versand von deinem WordPress heraus einrichtest, dann bist du unabhängig von Drittanbieter. Du musst keine monatlichen Abos für den Versand deine E-Mails bezahlen. Und deine E-Mails landen garantiert im Posteingang deiner Empfänger.

Weiterer Vorteil besteht darin, dass du die Kontaktdaten deiner Leads ganz DSGVO-konform nur in deiner Website speicherst. Sie werden nicht auf die Server der E-Mail-Anbieter übertragen. So vermeidest du mögliche datenschutzrechtliche Probleme und minimierst das Risiko von fremden Datenpannen.

Bevor du jetzt nach WordPress-Plugins für den SMTP-Versand suchst, installierst du das Plugin MailPoet. Dieses Plugin ist DAS Geheimtipp für alle, die E-Mail-Marketing mit eigener WordPress-Seite für 0 EUR betreiben wollen.

Der Trick ist nach dem Ende des Einrichtungsassistenten von MailPoet auf Nein, danke! zu klicken.

Wenn du diese Option ausgewählt hast, dann wird der E-Mail-Versand aus deinem WordPress aus erfolgen, statt von dem MailPoet-Server. Jetzt musst du nur den SMTP-Versand einrichten.

Die Einrichtung findet im MailPoet-Plugin statt unter Einstellungen. Darin findest du den Reiter „Senden mit …“. Du wählst die zweite Option „Andere“ und klickst auf Konfigurieren.

Alle Daten für den SMTP-Versand entnimmst du aus der Dokumentation deines Webhosting-Anbieters. Du kannst auch den Screenshot an Support senden und fragen, welche Daten du hier eintragen sollst.

Falls du an diese Stelle nicht weiterkommst, dann kann ich dir nur empfehlen zu einem kunden- und anfängerfreundlichen Anbieter wie SiteGround zu wechseln. Damit kannst du diesen Schritt in 5 Minuten erledigen (und den nächsten übrigens auch!).

3. E-Mail-Versand testen

Wenn du alle Daten eingegeben und die Sendemethode aktiviert hast, dann testest du die Einrichtung, in dem du eine Test-E-Mail an mail-tester.com sendest. Öffnen den Tester und kopiere die kryptische E-Mail-Adresse, die dir darin angezeigt wird. Schließe die Seite nicht!

Um eine Test-E-Mail an mail-tester.com von deinem WordPress heraus zu versenden, gehst du zu den Einstellungen von MailPoet, klickst auf den Reiter „Senden mit…“, danach auf Konfigurieren und scrollst ganz nach unten:

In das Feld „Die Sendemethode testen“ trägst du die E-Mail-Adresse ein, die Mail-Tester.com dir anzeigt und klickst auf „Eine Test-E-Mail senden“. Ganz oben siehst du dann die Meldung, ob die E-Mail verschickt werden konnte. Falls nicht, dann stimmt etwas mit deinen SMTP-Versand-Daten nicht. Überprüfe alle Daten, korrigiere und versuche es erneut.

Wenn die E-Mail erfolgreich verschickt wurde, dann wechselst du zum mail-tester.com zurück und klickst auf den Button »danach prüfen Sie das Ergebnis«. Schau dir das Ergebnis an. Du musst 10/10 Punkten erreichen, damit deine E-Mails sicher im Posteingang deines Empfängers landen.

Mail-Tester.com sagt dir, was noch möglicherweise fehlt:

  • SPF-Eintrag
  • DKIM-Eintrag
  • DMARC-Eintrag

All das wird mit DNS-Einträgen für deine Domain geregelt. Auch hier kontaktierst du deinen Webhosting-Anbieter, wenn du nicht weiterkommst. Kopiere notfalls die Meldungen aus dem Mail-Tester.com, und frage deinen Hosting-Support, was du machen musst, um diese zu lösen.

Ich hoste meine Webprojekte bei SiteGround und richte eine spamsichere E-Mail-Adresse damit innerhalb von Minuten ein. Es tut immer so gut, diesen 10 von 10 auf mail-tester.com zu sehen!

Und das war es schon mit der Technik. Ab jetzt wird es richtig interessant.

4. Formular mit MailPoet erstellen

Im MailPoet gehst du auf Formulare und klickst auf neues Formular. Klicke auf den blauen Button Überspringen, mit leerem Formular beginnen in der rechten oberen Ecke oberhalb alle Formular-Vorlagen. Schließe die Videotour, falls sie hier aufpoppt.

Füge das Feld für Vorname, verschiebe es oberhalb des E-Mail-Feldes und setze das Feld auf erforderlich. Bearbeite den Text „Abonnieren!“ auf dem Button. Vergebe dem Formular einen Namen und wähle die Mailing-Liste aus, in der E-Mail-Adressen gespeichert werden sollen.

Das fertige Formular sieht so aus:

Achte darauf, dass du die richtige E-Mail-Liste auswählst für dein Formular.

5. Landingpage erstellen

Ich nutze Kadence Theme und Kadence Blocks, um Landingpages zu erstellen. Der Aufbau einer Landingpage kann sehr individuell sein. Falls du Hilfe benötigst, kannst du über den Aufbau der Landingpages nachlesen oder 7 fertige Beispiele herunterladen.

An der Stelle (oder Stellen), wo der Platzhalter für E-Mail-Formular in deine Landingpage ist, klickst du im Block-Editor auf Plus und tippst MailPoet in das Suchfenster ein.

Wähle dann das Formular aus, das du gerade erstellt hast. Du kannst jetzt deine Landingpage und dein E-Mail-Versand testen.

6. MailPoet-Seiten und Texte

Nach dem Test wirst du feststellen, dass es noch an einigen Stellen nachgearbeitet werden muss.

  • Erstelle eine Seite, die nach dem Versand des Formulars angezeigt wird. Auf diese Seite erinnerst du den Besucher daran, dass er die E-Mail-Adresse bestätigen muss, bevor er sein kostenloses Produkt bekommt. Die Seite wählst du in den Einstellungen deines Formulars aus.
  • Passe den Text für die Bestätigungs-E-Mail an. Klicke dafür auf MailPoet-Einstellungen und wechsele zu dem Reiter Registrierungsbestätigung.
  • Optional kannst du eine Danke-Seite erstellen, die nach der Bestätigung der E-Mail-Adresse angezeigt wird und diese unter Registrierungsbestätigung auswählen.

Die nächsten Schritte zeigen dir, wie du den Link auf das Download-Produkt versendest. Denn das war eigentlich Zweck der Übung.

7. Download des Infoproduktes

Jetzt musst du dein kostenloses Produkt (meist eine PDF) in deine WordPress-Mediathek hochladen. Bedenke, dass WordPress standardmäßig alle Daten aus Mediathek öffentlich macht. Zum Beispiel erstellt WordPress automatisch eine Anhang-Seite, die in den Suchmaschinen erscheinen kann.

Das wäre ärgerlich, denn auf diese Art und Weise können die Besucher direkt auf die Seite kommen und dein Freebie ohne Eintragung in deiner Mailingsliste erhalten. Falls es ganz schiefläuft, dann wird der Link vielleicht sogar mit anderen geteilt.

Um das zu verhindern, nutze ich den ebenfalls kostenlosen Plugin RankMath. Direkt nach der Installation unterbindet der Plugin die Erstellung von Anhang-Seiten und leitet alle URLs von Anhänge-Seiten an den Beitrag weiter, in dem sie erscheinen. Hierzu musst du nichts extra einstellen.

Jetzt erstellst du eine Download-Seite. Diese Seite ist im Wesentlichen nur ein Block mit der Abbildung deines Infoproduktes und dem Download-Button, also dem Link zur PDF-Datei in deiner Mediathek. Auch hier benutze ich RankMath, um diese Seite von Indexierung in den Suchmaschinen auszuschließen.

Die Download-Seite sollte auch nirgendwo verlinkt sein. Sie ist also nur über einen direkten Link zu erreichen.

Im nächsten Schritt versendest du den Link zu der Download-Seite an den Besucher, der seine E-Mail-Adresse bestätigt hat.

8. Autoresponder einrichten

Jetzt richtest du dein Autoresponder ein. In MailPoet klickst du auf Willkommens-E-Mail.

Die allererste E-Mail mit dem Link zur Download-Seite soll sofort rausgehen, wähle eine E-Mail-Vorlage, passe den Text und füge den Link zur Download-Seite ein.

Achte darauf, dass du alle gesetzlichen Vorgaben für den E-Mail-Versand erfüllst. Füge deine Postanschrift ein und lasse den Austragungs-Link intakt. MailPoet unterstützt dich, in dem es Platzhalter und fertige Elemente in den Vorlagen für dich bereithält.

Bevor du die E-Mail aktivierst, kannst du unter Vorschau eine Test-E-Mail an mail-tester.com senden, um zu sehen, wie die E-Mail in verschiedenen Formate aussehen wird. Gleichzeitig prüft mail-tester.com, ob der Text deiner Nachricht Spam-Wörter enthält, fehlerhafte Links oder fehlender Austragungs-Link.

Wenn du 10 von 10 Punkten erreicht hast, dann kannst du die E-Mail aktivieren.

Als Nächstes kannst du eine Serie von E-Mails erstellen, die an die Abonnenten deiner Liste in den Tagen nach der Eintragung automatisch versandt werden.

Dafür legst du unter Willkommens-E-Mail einfach weitere E-Mails an, die aber nicht sofort, sondern im zeitlichen Abstand versandt werden. Die Abstände zwischen E-Mails kannst du selbst definieren, z. B. erste E-Mail nach einem Tag, zweite E-Mail nach 2 Tagen und so weiter.

Die letzte E-Mail in der Serie ist dann dein Verkaufsangebot. Wie viele E-Mails bis zum Verkaufsangebot versandt werden, bleibt dir überlassen.

Dein Sales Funnel ist nun fertig. Kein Fremddienst ist dabei beteiligt, nur dein Hosting, dein WordPress und du. 😉

9. Sales Funnel mit Traffic füllen

Ein Schritt fehlt noch – das Futter für dein Sales Funnel. Denn wenn oben in den Trichter nichts reinkommt, dann kommt auch unten nichts raus. Du kannst einen perfekt optimierten Sales Funnel erstellen, der aber faktisch tot ist, weil keiner ihn findet.

Jetzt brauchst du Besucher, Interessenten, Leads, Kunden, die das Produkt kaufen. Und das ist das fehlende Puzzleteil in den meisten Anleitungen für Sales Funnels.

Mal sehen, wo man Traffic herbekommt. Es gibt 2 seriöse, kostenlose Trafficquellen:

  • Suchmaschinen wie Google, YouTube, Pinterest
  • Social Media wie Instagram, Facebook, Twitter

Und dann gibt es Traffic aus bezahlte Werbung. Das erfordert zwar Budget und Wissen, liefert aber fast sofort kaufkräftigen Traffic, womit sich das Budget wieder herausholen lässt.

Kostenlos oder bezahlt? Ich kenne dieses Dilemma zu gut. Man investiert als Anfänger viel in verschiedene Kurse, Tools und Seminare. Am Ende des Tages hat man eine perfekte Webseite mit einem ausgefeilten Sales-Funnel stehen, aber leider fehlen hier die Besucher. Und dann schon wieder das Portemonnaie für die Werbung offenhalten?

Einige fangen an nach verborgenen, geheimen, kostenlosen, schnellen und kaufkräftigen Quellen zu suchen. Man findet „unmoralische“ Angebote, die angeblich Traffic auf Autopilot versprechen.

Dabei sollte der Traffic schnell, kostenlos, kaufstark sein.

Gibt es so was? Leider nein. Eine Formel, um zu überprüfen, ob eine Traffikquelle seriös ist, diese drei Merkmale (schnell, kostenlos, kaufstark) darauf anzuwenden. Erfüllt die „Methode“, das „System“, die „geheime Strategie“ alle diese drei Kriterien, dann ist es bedauerlicherweise ein Märchen.

Du kannst nur 2 von 3 Merkmalen wählen. Suchmaschinen-Traffic ist kostenlos und kaufstark, geht aber nicht schnell. Social Media geht zwar schnell und ist kostenlos, der Traffic ist aber nicht kaufstark. Wenn es schnell und kaufstark sein sollte, dann ist es aber nicht kostenlos. So einfach ist es.

Wenn du etwas Budget hast, dann investiere in Werbung, um schnell die ersten Erfolgserlebnisse zu haben. Sobald die ersten Einnahmen kommen, kannst du entscheiden, welchen Anteil davon du reinvestiert und welchen behältst.

Kommen auch mit guter bezahlter Werbung keine Einnahmen zustande, dann weißt du relativ schnell, dass an deinem Angebot etwas nicht stimmt und kannst es schnell anpassen. Schnell scheitern ist genauso wichtig, wie schnell (neu)starten.